Die Ergebnisse der Abstimmung – Teil 1
Welche ist die Polka des Jahres 2026?
Welche Polka darf in dieser Saison bei keinem Auftritt fehlen?
Die Polkakompass-Community hat fleißig abgestimmt: Über 300 Stimmen wurden zur Wahl zur Polka des Jahres abgegeben und dabei knapp 50 verschiedene Titel genannt! Ein Ergebnis, das durchaus als repräsentativ gelten kann. Die vorgeschlagenen Polkas reichen von alten böhmischen Klassikern bis hin zu neueren Kompositionen der vergangenen Jahre.
Ein klarer Favorit kristallisierte sich bereits nach wenigen Tagen heraus. Diese Polka wurde in nahezu jeder Abstimmung genannt und belegte letztendlich deutlich den ersten Platz.
In den kommenden Wochen präsentiere ich Euch hier die TOP 10 der genannten Polkas. Los geht es mit den Plätzen 10 bis 6.
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Platz 10: Fuchsgraben-Polka (Karel Vacek)
Eröffnet wird die TOP 10 mit einem absoluten Klassiker der böhmischen Blasmusik. Komponiert vom Großmeister Karel Vacek unter dem Originaltitel “U Jezu” (“Am Weiher”), wurde die Polka durch Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten zum Klassiker. Sie gehörte zu den ersten fünf Titeln, die die neugegründeten Egerländer Musikanten 1956 einspielten. Der musikalische Startschuss und Beginn der Egerländer Blasmusiktradition in Deutschland.
Mit knapp 2% der abgegebenen Stimmen schafft es die Fuchsgraben-Polka auch hundert Jahre nach ihrer Entstehung in die TOP 10 der beliebtesten Polkas des Jahres 2026.
Platz 9: Almtaler-Polka (Patrick Prammer)
Ebenfalls mit knapp 2% der Stimmen schafft es die Almtaler-Polka aus dem Jahr 2022 von Patrick Prammer in die TOP 10 der Polka des Jahres 2026. Ursprünglich für das Repertoire der Kaiser Musikanten komponiert, erfreut sich inzwischen auch die Bearbeitung für großes Blasorchester von Tubist und Bandkollege Matthias Haslinger wachsender Beliebtheit.
Angeblich schrieb Prammer die Polka spontan zwei Tage vor der CD-Produktion, als ihm beim Fernsehen einfiel, dass noch ein Titel fehlte.
Der Erfolg dieser Polka ist leicht zu erklären: Sie besitzt ein wunderschönes Trio, in dem die Hörner ihre weiche Klangfülle voll ausschöpfen können, ist vom Schwierigkeitsgrad gut spielbar für die meisten Kapellen und bietet dennoch ein Finale, dessen technischer Anspruch vor allem im hohen Blech und Holz nicht unterschätzt werden sollte.
Platz 8: Die Alte Naht (Christian Höcherl)
Auf Platz 8 der Wahl zur Polka des Jahres schafft es ein Titel aus dem Repertoire der Original Woodstock Musikanten. 2,5% der Stimmen konnte “Die Alte Naht” für sich verbuchen. Eine Polka, deren Titel nicht zweideutiger sein könnte. Männer werden den Titel sicher anders interpretieren als Frauen.
Unabhängig vom Titel ist Trompeter Christian Höcherl hier aber eine Polka gelungen, die vor Spielfreude nur so sprüht. Handwerklich auf absolutem Top-Niveau fügt sich der Titel nahtlos (“Achtung, Wortspiel…”) in das hochwertige Repertoire der Woodstock Musikanten ein und kombiniert gekonnt alte böhmische Schule mit augenzwinkernden, modernen Elementen.
Platz 6 & 7: Stremtal-Polka (Trad.)/Südböhmische-Polka (Ladislav Kubes)
Die Plätze 6 und 7 der Polka des Jahres mit ca. 4,4% der Stimmen teilen sich die Stremtal- und die Südböhmische-Polka.
Die Ursprünge der Stremtal-Polka liegen wohl in einer über 100 Jahre alten burgenländischen Volksweise, die erst um 1950 erstmals notiert worden sein soll und später unter dem Titel “Schöne Winzerin” für Blasmusik gesetzt wurde. Die neueren Arrangements stammen vor allem von Alfred Böswald und seinen Ramseer Musikanten sowie von Johann Bauer für Eine kleine Dorfmusik. Vor allem durch die “Dorfmusik” wurde die Volksweise in den vergangenen Jahren zu einem echten “Woodstock-Hit”, bei dem inzwischen jeder textsicher mitsingen kann.
Ebenfalls auf Platz 6 hat es die Südböhmische-Polka von Ladislav Kubes geschafft – ein echter Dauerbrenner der böhmischen Blasmusik. Als “Jihoceska” für Kubes’ Kapelle Veselka komponiert, wurde die Polka von nahezu jeder bekannten Blasmusikformation gespielt und aufgenommen. Egal ob böhmisch, mährisch oder egerländerisch interpretiert, die Südböhmische macht in jeder Stilistik eine gute Figur. Es dürfte zudem kaum einen Musikverein geben, der die Südböhmische nicht im Repertoire hat.
Südböhmische-Polka auf Youtube
Ausblick
Damit sind die Plätze 10 bis 6 der Polka des Jahres 2026 enthüllt. Die eigentlichen Highlights stehen aber noch bevor. In den TOP 5 finden sich Polkas, die ganze Generationen geprägt haben, aber auch Titel, die erst in den letzten Jahren richtig durchgestartet sind. Seid gespannt: Am kommenden Wochenende geht es weiter mit den fünf meistgenannten Polkas der Community.
Welche Platzierung hat Dich bisher überrascht? Welche Polka spielst Du selbst am liebsten? Hast Du schon eine Vermutung, wer auf Platz 1 stehen könnte?



Die Maxi Polka Berthold Schick
Auch eine schöne Nummer! Bekam aber leider gar keine Stimmen.
danke